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Zwei Kaufmannslehrlinge waren es, die an ihre Schulzeit eine lebhafte Erinnerung hatten. Aber weniger an das, was ihnen der Lehrer mühevoll beigebracht hatte, erinnerten sie sich, vielmehr gedachten sie des in der Schule getriebenen Fußballspieles. Und sie hatten diesen Sport so sehr lieb gewonnen, daß sie ihn auch als Jünglinge nicht vermissen wollten. So beschlossen sie denn, einen Fußballverein zu gründen, was aber unter den damaligen Verhältnissen nicht ganz so leicht war. Wochenlang sparten sie von dem Wenigen, was ihnen als Taschengeld verblieb, bis sie das Geld für eine Anzeige beisammen hatten, welche dann auch in der Offenbacher Zeitung erschien. Leider meldete sich niemand! |
Der Fußball-Club Frankfurt hatte sich bereit erklärt, die Offenbacher Fußballfreunde gelegentlich seiner Spiele in die Mannschaft einzureihen, um sie entsprechend einzuspielen. Selbstverständlich wurde hiervon auch Gebrauch gemacht. Am 17. März 1900 wurde dann das erste Wettspiel in Offenbach gegen den 1. Hanauer Fußball-Club 1893 ausgetragen, das 80 Minuten dauerte und mit 0:8 Toren für die Offenbacher verloren ging. Ebenso blieben die Hanauer im Rückspiel mit 6:0 Treffern erfolgreich. Zwei Wochen später buchten die 99er gegen den Hanauer Cricket- und Fußball-Club einen 3:2 Sieg. In der Folgezeit entwickelte sich ein lebhafter Spielverkehr mit den Frankfurter und Hanauer Vereinen.Im Jahre 1901 erlitt der Offenbacher Fußball-Club 1899 einen sehr schweren Schlag. Eine größere Anzahl der Mitglieder erklärte ihren Austritt und gründete den Offenbacher Fußball-Club Kickers. man hatte sich aber recht bald wieder erholt. Unter der Spielführung des Engländers Leak folgte für die 99er eine Glanzzeit. In Aschaffenburg trat man zu einem Propagandaspiel gegen die Viktoria Frankfurt an, worauf sich dort die heutige Aschaffenburger Viktoria gründete. Der OFC 1899 war bei den Meisterschaftsspielen siegreich, schlug in den Endkämpfen die Bockenheimer Amicitia und die Frankfurter Viktoria, um schließlich im Endspiel der Frankfurter Germania nach zweistündiger Dauer knapp zu unterliegen.Das Jahr 1904 war wohl eines der an Spielen reichsten Fußballzeiten des OFC 1899. Einige frühere Mitglieder kehrten von den Kickers wieder zurück und brachten auch gleich neue Spieler mit. Die 99er waren seinerzeit der einzige Verein, der in den Meisterschaftsspielen Viktoria Hanau (heute TSV 1860) schlagen konnte.Im Jahre 1905 stand der Offenbacher Fußball-Club 1899 noch in der höchsten Blüte. An Pfingsten hatte man Germania Dresden zu Gast und verlor gegen diese mit 2:1 Toren. Die 99er brachten aber wieder als einziger Verein das Kunststück fertig, den damaligen Gaumeister Kickers Offenbach klar und eindeutig mit 5:0 Toren zu schlagen.
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Ferd. Hartwig und Phil. Heim, so hießen die beiden Sportbegeisterten, waren aber trotz des Mißerfolges von ihrem Vorhaben nicht abzubringen. Sie veranlaßten bald darauf eine zweite Anzeige und siehe da, es meldeten sich einige junge Männer, die am 31. Juli 1899 im oberen Saal der „Stadt Frankfurt“ den „Fußball-Club Offenbach“ gründeten. Die Namen der Gründer sind: G. Dietrich, E. Eisenhofer, F. Hartwig, Ph. Heim, W. Hof, C. Hopfenblatt, F. Krug, M. Kuhl, F. Schmidt, W. Stahl, G. Stroh, J. Schreiber, R. Thylmann, M. Walter und Julius Bihn.Nachdem die Militärverwaltung den Exerzierplatz auf dem Bieberer Berg zum Training zur Verfügung gestellt hatte und die Mitglieder Krug und Eisenhofer u.a. zwei Bälle von den in den 80er Jahren bereits bestandenen Rugby-Fußball-Vereinen, sowie vier Geometerstangen mitbrachten, hätte der Spielbetrieb losgehen können, wenn sich nicht beim ersten Trainingsversuch am Sonntag, den 6. August 1899, die beiden Bälle als nicht luftdicht erwiesen hätten. Erst nachdem das Mitglied Hartwig einen neuen Ball besorgt hatte, den man sich zunächst probeweise hatte schicken lassen, wurde jeden Sonntag um 9 Uhr trainiert und zwar in weißen Hosen und schwarzer Bluse. Immer neue Mitglieder, Freunde und Anhänger wurden durch rege Propagandatätigkeit geworden und die Wettspiele in Frankfurt besucht. |