|
Der Flüssigkeitshaushalt
Wasser macht einen Anteil von
50-70% des Gesamtkörpergewichts aus. Der Wassergehalt ist unter
anderem vom Geschlecht, Lebensalter, Körpergewicht, Muskel bzw.
Fettmasse abhängig. Mit zunehmendem Alter wird der Wassergehalt
im Organismus geringer. So beträgt der Wassergehalt beim
Neugeborenen über 70 %, während ab dem 50. Lebensjahr das
Gesamtkörperwasser nur noch 50 % des Körpergewichts ausmacht.
Warum hat Wasser eine so große Bedeutung?
-
Jede chemische Reaktion in
unserem Organismus findet im Umfeld des Wassers statt.
-
Der Hauptbestandteil unseres
Blutes ist Wasser. Der Blutkreislauf wiederum ist für den
Transport wichtiger Substanzen wie Sauerstoff und Glukose
verantwortlich.
-
Wasser ist ein wichtiges Element
für die Thermoregulation zum Schutz vor Überhitzung.
-
Als Lösungsmittel ist es wichtig
für die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten über die Niere.
Beim Erwachsenen beträgt der
durchschnittliche tägliche Wasserumsatz ca. 6%, beim Säugling
kann dieser Anteil auf bis zu 20 % ansteigen.
Der tägliche Flüssigkeitsbedarf unterliegt jedoch großen
individuellen Schwankungen und wird besonders von den
klimatischen Bedingungen und der körperlichen Aktivität
beeinflusst.
Empfehlung
Der empfohlene Richtwert bei Erwachsenen über die Höhe der
täglichen Wasserzufuhr beträgt nach Angaben der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung:
-
1 ml pro kcal; also bei 2500
kcal am Tag eine Wasserzufuhr von 2500 ml, oder
-
30-35 ml pro kg Körpergewicht;
z.B. 75 kg x 35 ml = 2625 ml
Im Durchschnitt wird bereits ein Liter Wasser
über die feste Nahrung aufgenommen. So verbleiben noch ca. 1,5
Liter an Getränken die über den Tag verteilt konsumiert werden
sollten.
Koffeinhaltige und alkoholische Getränke haben eine
harntreibende Wirkung. Sie sollten daher streng genommen nicht
als Flüssigkeitslieferanten betrachtet werden. Für eine
ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz ist es empfehlenswert, nach
jeder Tasse Kaffee oder zum Bier die gleiche Menge an Wasser
oder Mineralwasser zu trinken.
Flüssigkeitsbedarf im Sport
Bei körperlicher
Betätigung wird ein großer Teil der umgesetzten Energie in Form
von Wärme frei. Um einen übermäßigen Anstieg der
Körpertemperatur zu verhindern, kühlt sich der Körper durch
schwitzen.
Während des Trainings oder eines Wettkampfs kann es vor allem an
warmen Tagen leicht zu einem Schweißverlust von 1 bis 2 Litern
je Stunde Sport kommen.
Wer wissen möchte wie viel Flüssigkeit beim Sport verloren ging,
sollte sich vorher und nachher unbekleidet wiegen. Die Differenz
gibt ungefähr den Wasserverlust wieder.
Auswirkung auf die Leistung
Wird die über den Schweiß
abgegebene Flüssigkeit nicht ersetzt, kann sich dies unter
anderem in verminderter Leistung und Ausdauer, Kraftlosigkeit,
Krämpfen und mangelnder Konzentrationsfähigkeit bemerkbar
machen. Ein Wasserverlust von 1-2 % des Körpergewichts kann die
Leistungsfähigkeit bereits um 10 % vermindern.
Mit zunehmendem Flüssigkeitsverlust stellen sich Symptome wie
Krämpfe, Übelkeit und Frösteln ein. Ein Flüssigkeitsdefizit von
über 6 % kann dramatische Folgen haben und unter Umständen
tödlich enden.
Noch Heute tätigen einige Trainer (vor allem in Spiel-sportarten
in der Halbzeitpause) die Aussage: "Nicht Trinken, nur den Mund
ausspülen, das belastet sonst den Magen".
Dieser Tipp ist nicht nur längst überholt, sondern unter
Umständen lebensgefährlich.
Durstempfinden kommt zu spät
Das Durstgefühl tritt erst ab
einem Flüssigkeitsverlust von 3-4 % des KG auf. Zu diesem
Zeitpunkt liegt bereits eine verminderte
Ausdauerleistungsfähigkeit vor. Zudem benötigt der Körper etwas
Zeit, bis er die getrunkene Flüssigkeit aufgenommen hat. Um eine
Unterversorgung zu vermeiden, ist es wichtig, bereits vor einer
sportlichen Betätigung bzw. vor dem Auftreten des Durstgefühls
zu trinken. Dies gilt vor allem in der Zeit vor und während
eines Trainings/Wettkampfs.
Vor allem im Verlauf der Belastung sollten Unterbrechungen
genutzt werden um kleinere Mengen an Getränken aufzunehmen. Im
Allgemeinen ist dies jedoch nur notwendig, wenn die Belastungen
länger als 45 Minuten dauern.
Eine optimale Regeneration des Flüssigkeitshaushalts wird vor
allem in Trainingsphasen notwendig in denen 2 x am Tag trainiert
wird. Hier muss unbedingt auf die ausreichende Getränkezufuhr
nach dem Training geachtet werden
Wie viel sollte ich Trinken?
Die folgenden Zahlen dienen als Orientierungsangaben:
Vor dem Training/Spiel/Wettkampf
2-3 Std. vorher 300 - 700 ml
30 Min. vorher
ca. 150 ml
Während des
Trainings/Spiel/Wettkampf
Nach Möglichkeit 150 - 300 ml alle 15-20
Min.
Nach dem Training/Spiel
Sofort
soviel wie möglich
Die optimale Menge muss jeder für
sich individuell herausfinden. Sinnvoll ist es, die Getränke in
kleineren Schlücken aufzunehmen, da eine einmalige große
Flüssigkeitsmenge zu Magen-Darm-Problemen führen kann.
Gibt es den optimalen
Durstlöscher?
" Es ist unmöglich, ein
Sportgetränk zu entwickeln, das bei jeder Person in jeder
beliebigen Situation die entstandenen Verluste exakt ausgleichen
kann."
(Prof. Fred Brouns, Universität Maastricht)
Trotzdem gibt es einige Kriterien die einen "optimalen
Durstlöscher" ausmachen. Er sollte für jeden geschmacklich
angenehm sein und damit zum Trinken anregen. Bei der Auswahl des
Getränks ist wichtig, dass es gut vertragen wird und keine
Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Probleme entstehen z.B. durch
zu viel Kohlensäure im Getränk.
Ziel ist es, die durch den Schweiß verlorene Flüssigkeit schnell
zu ersetzen.
Die Aufnahme der Flüssigkeit in den Blutkreislauf wird deutlich
verbessert, wenn das Getränk einen Kohlenhydratgehalt von 30-80
g pro Liter und einen Natriumgehalt von 400-1100 mg / Liter
aufweist.
Der KH-Anteil im Getränk trägt zudem zur Aufrechterhaltung
normaler Blutglukosewerte bei und führt so zu einer Schonung der
endogenen Glykogendepots. Diese können wiederum den Zeitpunkt
der Ermüdung hinauszögern und sich positiv auf die Leistung
auswirken.
Fruchtsaftschorle oder spezielle
Sportgetränke?
Eine Frage die sich viele Sportler
stellen. Im Grenzbereich der Leistungsfähigkeit scheint ein
Sportgetränk in der oben dargestellten Zusammensetzung einem
Fruchtsaftschorle überlegen. Die verzögerte
Resorptionsgeschwindigkeit des Saftschorles wird unter anderem
mit dem Gehalt organischer Stoffe in den Fruchtsäften erklärt.
Leistungssportler die im Training oder Wettkampf an ihre
Leistungsgrenze gehen, können daher von speziellen
Sportgetränken profitieren.
Für die breite Masse der Freizeitsportler hingegen bieten sie
keinen Vorteil. Ein nach individuellen Bedürfnissen
zusammengestelltes Saftschorle ist für moderate Belastungen
vollkommen ausreichend.
Getränke im Überblick
Hier finden Sie einen
Kurzüberblick über einige ausgewählte Getränke.
-
Bei der Auswahl des
Mineralwassers sollte auf einen hohen Anteil an Magnesium
(>200 mg/l) und Calcium (>100 mg/l) geachtet werden. So können
dem Körper neben der Flüssigkeit noch wichtige Mineralien
zugeführt werden.
-
Von den Sportgetränken sind nach
Angaben von Stiftung Warentest "Gatorade, Isostar und Aldi
IsoFruit" empfehlenswert. Sie sind für den
Flüssigkeitsausgleich während des Sports konzipiert und daher
nach dem Sport nicht unbedingt notwendig.
-
Eine günstige und geschmacklich
variierbare Lösung bietet das Mischen von einem
Fruchtsaftschorle (ca. 1 Teil Saft und 2-3 Teile
Mineralwasser) in Sport-Trinkflaschen oder 1,5 Liter
Plastik-Pfandflaschen. Nach dem Sport ist ein höherer
Saftanteil in der Mischung von Vorteil für die Regeneration
der Energiespeicher. Nach Gebrauch ausspülen nicht vergessen,
da die Reste sonst gären können.
-
Energy-Drinks sind mit
verschiedenen Inhaltsstoffen angereichert. Über die
versprochene Wirkungsweise dieser Bestandteile gibt es meist
keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die propagierte
anregende Wirkung wird im Allgemeinen auf das enthaltene
Koffein zurückgeführt. Problematisch für den Genuss während
des Sports sind der teilweise hohe Kohlenhydratgehalt (>10 g /
100 ml) und die harntreibende Wirkung des Koffeins.
-
Limonaden wie "Coca-Cola, Fanta,
Sprite" usw. enthalten sehr viel Zucker (Kohlenhydrate >10 g /
100 ml) und keine Mineralstoffe. Sie sind vor und während des
Sports ungünstig, nach dem Sport (ca. 0,3 l) akzeptabel.
Alkohol hat vor, während und nach dem Sport
negative Folgen auf die Leistungs- und Regenerationsfähigkeit
und ist daher als Durstlöscher abzulehnen.
|