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„Eine Großstadt wie Offenbach ohne
offizielles Beachvolleyballfeld – das kann doch nicht
wahr sein!“, stöhnte Hüseyin Daglioglu Anfang des Jahres bei
einer Vorstandssitzung der Volleyballer im BSC 99 Offenbach. Der
aus der schwäbischen Volleyball-Hochburg Creglingen stammende
Türke mit deutschem Pass ist Spielertrainer bei den 1. Herren.
Nachdem vor zwei Jahren die Gespräche mit dem EOSC Offenbach,
der auf seinem Schwimmbadgelände immerhin ein Beachfeld für
Hobbysportler und Badegäste installiert hat, im wahrsten Sinne
des Wortes im Sande verlaufen waren, beschlossen die
BSC-Verantwortlichen um Abteilungsleiter Dieter Höhn, die
Gespräche wieder aufzunehmen.

Und dieses Mal mit Erfolg. Höhn
kontaktierte Steffen Dietrich, den EOSC-Abteilungsleiter. Und da
auch die Beziehungen zwischen dem BSC 99 und dem FC Wacker recht
gut und intensiv sind, wurde ein weiterer Interessent gewonnen.
Höhn kam auch zu Ohren, dass die OFC-Handballer ein Beachfeld
für ihren Sport errichten wollen. Also nahm er Kontakt auf, und
der vierte Partner war gefunden!
Beim ersten Treffen im März waren
neben Dietrich und Höhn auch Arno Müller vom OFC und Thomas
Frank vom FC Wacker anwesend, die beide in jungen Jahren selbst
für die BSC-Volleyballer aktiv waren. Man kennt sich halt in
Offenbacher Sportlerkreisen. Was zunächst als ein Volleyballfeld
geplant war, entwickelte sich durch Handball auf zwei Felder.
Und als der BSC-Vorsitzende Vero Schumacher, ein begeisterter
Fußballspieler, intervenierte und ein Soccer-Feld ins Gespräch
brachte, war sich das Gremium schnell einig, dass man Nägel mit
Köpfen machen wolle. Heraus kam eine Multifunktions-Beachanlage
mit drei Volleyball- und Handballfeldern sowie einem
Fußballfeld, das einmal zu den größten und schönsten in Hessen
zählen wird. Und auch schon die Rugby-, Basketball- und
Badmintonspieler der Vereine bekundeten ebenso ihr Interesse an
einer Nutzung wie die Offenbacher Sportlehrer.
Das Gremium beschloss, sich
„Interessengemeinschaft Offen-Beach“ zu nennen. Ein Platz
für die Anlage wurde schnell gefunden: Der ehemalige, nun brach
und verwildert liegende Minigolfplatz, der an das
Schwimmbadgelände angrenzt. Thomas Frank, der als Bauingenieur
bereits mit der Planung und dem Bau der neuen Städtischen
Sparkasse Offenbach betraut war, sondierte und markierte das 30
mal 40 Meter große Areal und berechnete die anfallenden Kosten
mit etwa 20.000 Euro. Da aber die Volleyballer noch lupenreine
Amateure sind, die eher Geld mitbringen als fordern, ist diese
Summe weder von den Spielern noch von den Vereinen alleine
aufzubringen. Der Offenbacher Sportkreisvorsitzende Artur
Schäfer wurde nun ebenso beratend hinzugezogen wie das
Offenbacher Sport- und Badeamt mit Amtsleiter Reinhard Knecht.
Bei einem gemeinsamen Treffen im
April wurden die Voraussetzungen für eine Förderung durch den
Landessportbund Hessen und die Stadt Offenbach (über die
Sportkommission) erörtert. Schnell stellte sich heraus, dass es
mit einer Fertigstellung noch in diesem Sommer nichts mehr
werden würde. Bedauerlich für die Sportler, die den zu
erwartenden Aufschwung durch die Olympischen Spiele in Athen
gerne genutzt hätten. Zu viele Formalitäten mussten allerdings
erledigt werden, bis die Anträge gestellt werden konnten. So
etwa mussten alle vier Vereinsvorsitzende (Dieter Müller OFC,
Norbert Bassmann EOSC, Günter Mathes FC Wacker, Vero Schumacher
BSC) unterschreiben, dass sie mit dieser Aktion ihrer
Abteilungen einverstanden sind und sich finanziell beteiligen
werden. Zustimmungen von Bau- und Umweltamt mussten eingeholt,
ein langjähriger Pachtvertrag mit der Stadt nachgewiesen werden.
Immerhin: Diese
vereinsübergreifende Zusammenarbeit beeindruckte auch
Bürgermeister Horst Schneider, der sich mit den Verantwortlichen
traf und sich vor Ort über Pläne und Gelände informierte. Da er
neben Sport auch für die Schulen zuständig ist und hier ein
neues Betätigungsfeld für den Schulsport sieht, gerade in
Verbindung mit dem benachbarten Schwimmbad, versicherte er seine
„freudige, konstruktive Unterstützung“.
Am 7. Oktober findet bei Artur
Schäfer ein „Runder Tisch“ mit Schneider, Knecht und den
Vereinsvertretern statt, wobei letzte Unklarheiten beseitigt
werden sollen.
Die „Offen-Beacher“ sehen sich
nicht als Konkurrenz zum kommerziell betriebenen King
Kamehameha-Klub am Mainufer. Im Gegenteil: Man erhofft sich,
dass durch diese zusätzliche Werbung für ihren Sport mehr
Mitglieder gewonnen werden können, die sich im Verein mit
Gleichgesinnten zusammentun können.
Auch innerhalb der Vereine wird es
zu keinem Konkurrenzneid kommen, dazu kennt man sich über lange
Jahre bereits zu gut. Im EOSC wird lediglich noch an einer
Hobby- und Freizeitrunde teilgenommen; im BSC dagegen herrscht
der Leistungsgedanke besonders im Männer- und Jugendbereich,
vor; und der FC Wacker liegt genau dazwischen, obwohl Damen und
Herren ebenso wie die 1. BSC Herren in der Bezirksoberliga
spielen, sich aber mit einer Trainingseinheit pro Woche
zufrieden geben.
Bis die Fördergelder des
Landessportbundes nicht offiziell beschlossen und genehmigt
sind, darf kein Spatenstich erfolgen. Die „Offen-Beacher“ stehen
allerdings in den Startlöchern. Und hoffen, dass sich die
Offenbacher Geschäftswelt durch unterstützende Werbung daran
beteiligt, dass Hessens schönste Beach-Anlage endlich errichtet
werden kann. Die ESO hat bereits einige Ladungen gebrauchten
Sand aus Kindergärten und Spielplätzen gratis geliefert. Der
Hessische Volleyball-Verband steht ebenfalls parat, um auch in
Offenbach Ranglisten-Turniere seiner Beach-Asse ausrichten zu
können.
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