Ball Spiel Club 1899 e.V. Offenbach

Historie

Der Anfang:

Der BSC 1899 Offenbach entstand einst aus dem FC 1899 Offenbach, dem ältesten Fußballverein der Stadt. Die 1921 von Ludwig Renker (zuvor Heidelberger RK) gegründete Rugbyabteilung wurde alsbald eine der stärksten des Vereins. Überhaupt war Offenbach vor dem Krieg eine Rugbyhochburg, denn außer beim BSC jagte man zu dieser Zeit auch noch bei der TG Offenbach, dem Ruderverein Udine, dem Offenbacher Ruderverein und dem Ruderverein Fechenheim dem "Lederei" hinterher.

 

Die Nachkriegszeit:

Nach dem Krieg wurde die Rugbyabteilung 1948 von Willi Kunz, Dr. Rainer Schmitt, Ludwig Backfisch und Heinrich Hense (von 1948 bis 1953 Vorsitzender des BSC) wieder ins Leben gerufen. 1950 spielte der BSC zum ersten Mal in der Verbandsrunde. Gegner waren damals der SC Neuenheim, die RG Heidelberg, der TV Pforzheim und der SC 80 Frankfurt. Ein Bruch erfolgte in den Jahren 1952-1957, als etliche Spieler den Verein verließen. Erst 1958 erhielt der BSC unter Heinrich Jaegy und Paul Hüls wieder einen Aufschwung. Die Mannschaft spielte in der Südliga mit dem TV 1860 Frankfurt, dem SC Neunheim, dem TV Pforzheim und Stuttgart.1961 fand auf dem Sportgelände des BSC ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Belgien und 1964 das Pokalendspiel statt. Sportlich ging es mit dem BSC Mitte der 60er Jahre jedoch bergab. Erst 1967 gelang - abermals unter Heinrich Jaegy - eine erneute „Wiederbelebung“.

 

Die goldenen 70er und 80er Jahre:

1975 wurden wir Süddeutscher Meister, 1980 übernahm dann der jetzige DRV-Präsident, Ian Rawcliffe, das Traineramt. Unter seiner Führung wurde der BSC in den Spielzeiten 81/82, 83/84 und 84/85 Hessenmeister. Zudem erreichte die Mannschaft 1983 und in der Saison 1984/1985 das Ligapokal-Halbfinale. Der Sprung ins Oberhaus blieb der Mannschaft allerdings vergönnt, sie scheiterte jeweils in den Aufstiegsspielen zur Bundesliga.

 

Auf und ab in den 90ern:

1989 übernahm Dominique Arnault das Traineramt, und die Mannschaft qualifizierte sich als Hessenmeister für die Qualifikationsrunde zur Bundesliga Gruppe Süd. Von 1990 bis 1994 durchlief der BSC unter den Trainern Ian Stuart, Dominique Arnault und Wolfgang Bratschke die verschiedenen Qualifikationsrunden zur Bundesliga, verschiedene Vorrunden der Bundesliga und schließlich die Qualifikation zur Zweiten Bundesliga - jeweils nach dem gültigen Modus. 1994 war eines der erfolgreichsten Jahre: Die Mannschaft wurde unter dem Trainerduo Dominique Arnault/Wolfgang Bratschke Ligapokalsieger, Süddeutscher Pokalsieger und stieg in die Zweite Bundesliga auf. Durch den Abgang einiger Leistungsträger nach Heidelberg, sahen sich die Verantwortlichen 1997 allerdings nicht mehr in der Lage, die Klasse zu halten, und der BSC zog sich freiwillig in die Regionalliga zurück.

 

Wieder in die Erste Liga:

1998 wurde Bruno Vrga neuer Trainer, und mit dem Kroaten kam der Erfolg zurück. Vrga stieg mit unserer "Ersten" innerhalb von drei Jahren in die Erste Liga auf (2001) und erreichte im gleichen Jahr das Halbfinale des DRV-Pokals. Trotz einiger guter Spiele und der einhelligen Meinung, dass der BSC eine Bereicherung für die Erste Liga sei, mussten wir uns leider nach einem nur einjährigen Gastspiel wieder aus der höchsten deutschen Spielklasse verabschieden. In der Zweiten Liga Süd wurde die Mannschaft in der Saison 2002/2003 auf Anhieb Meister, verlor aber das Aufstiegsspiel gegen Germania List (14:22). Eine zweite Chance zum Aufstieg bot sich in der Relegation. Die Partie gegen den Berliner RC wurde aber mit 32:46 (26:26) nach Verlängerung verloren. In der Saison 2003/2004 soll nun unter dem Südafrikaner Prof. Dr. Albert van Niekerk erneut der Aufstieg in Angriff genommen werden. Bruno Vrga steht aus zeitlichen Gründen nicht mehr als Trainer zur Verfügung, bleibt dem BSC aber als sportlicher Leiter erhalten.

 

Die zweite Mannschaft und der Nachwuchs:

Unsere zweite Mannschaft bildet in der Regionalliga Hessen mit Blau-Gelb Darmstadt eine Spielgemeinschaft. Im Nachwuchsbereich haben wir an der Anne-Frank-Schule und der Wilhelmschule Arbeitsgemeinschaften eingerichtet. Seit Mai 2003 bieten wir zudem wieder ein regelmäßiges Training für Schüler an. Und zwar immer freitags von 17 Uhr bis 18.30 Uhr.

 

Die Nationalspieler:

Lars Kirschner, Thomas Mann (beide Deutschland) und Andy Knight (Zimbabwe) wurden beim BSC zu Nationalspielern. In den Brüdern Jan und Marc Bratschke brachte der Verein zudem zwei Juniorennationalspieler hervor, die später bei der RG Heidelberg den Sprung in die 15er-Nationalmannschaft des Deutschen Rugby Verbandes (DRV) schafften. Weitere Nationalspieler, die einst für unsere erste Mannschaft aktiv waren bzw. noch aktiv sind: Alexander Weidlich (Deutschland, 7er-Nationalmannschaft), Daniel Schreiber (Deutschland, U20), Alex Rodic (Jugoslawien), Denis Puljic, Goran Zilic, Marinko Klaric, Vlado Ursic (alle Kroatien).